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Sonntag, 3. Januar 2010

DIE VORSATZFRAGE



Herzlich Willkommen in 2010!

Ich, (jung, schön, klug, aber alkoholabhängig, sexsüchtig und allein) begrüße das neue Jahr mit einem fetten "Fick Dich" und hoffe auf das Beste...

Wie jedes Jahr stellt sich auch für 2010

DIE VORSATZFRAGE!!!

Ich beantworte sie doch nun schon seit Jahren. Und seit Jahren auch immer gleich:
Vorsatz ist: keine Vorsätze.

(Ich kenn mich doch und verarsch mich nicht gern wissentlich(!) selbst)

Ja, und daran hielt ich mich bis letztes Jahr auch mehr als gewissenhaft.

Nun wird der fortschreitende Alterungsprozess auch 2010 seine Spuren hinterlassen, also dachte ich mir - in einem nicht ganz klaren Moment, wahrscheinlich - auch MEIN Leben könnte eine kleine Maßregelung vertragen.

Ich gestehe: ungern!

Aber der Zahn der Zeit nagt bereits in meinem Gesicht.
Und nicht nur das, auch in meinem Kopf. Zwischen radikal abgespeckten Windungen der frühen achziger Jahre, tummeln sich gefrustete Teenagersynapsen neben erheblich stark alkohol- und drogenverwöhntem Restbrei, der, trotz Antidepressiva nach Traumaschaden, nicht ohne Quälerei, durch Drang zum Perfektionismus erheblichen Bildungseinheiten und Prüfungsdruck ausgesetzt ist.
Diese "Inventur" ließ mich zur Einsicht kommen: WIR müssen reduzieren.
Ich habe mich also, wie schon gesagt scheinbar in einem nicht ganz klaren Moment, in eine kritische Selbstdefnition mit mir begeben und beschlossen: stop that live!

Da ich ja, ohne mich unnötig rühmen zu wollen, nicht unbedingt der dunkelste Stift in der Buntstiftpackung bin, erspare ich mir jedoch eine peinliche Konkretisierung einzelner Regeln. Meine, ich bezeichne sie mal als relativ ausgeprägt entwickelte Fähigkeit zur kritischen Selbstreflektion, ersparte mir leider einen recht zweifelhaften Befund in Sachen Standfestigkeit und Einhaltung festgesetzter Regeln nicht. Eine ausgefeilte Detailarbeit würde - ich wage eine psychosoziale Diagnose - meinem stark ausgeprägten "ES" binnen weniger Monate zum Opfer fallen. Durch mein ebenfalls stark ausgeprägtes "ÜBER ICH" (mein kleiner moralischer Spaßverderber) käme ich spätestens im Sommer (pünktlich zwei Wochen nach Beginn der Semesterferien - durch Einsetzen der "chilligen Phase" nach Studiendauerbelastung, Arbeit bei diversen Nebenjobs und dem ganzen Freizeitbamborium) in unglaubliche Gewissenskonflikte, die eine kleine, aber unschöne depressive Episode auslösen könnten. Das gilt es zu vermeiden.
Und es ist ja so leicht. Warum sich selbst Unmögliches aufdoktrieren! Es lebe die realistische Selbsteinschätzung und der Mut zum Egozentrismus.

In diesem Zusammenhang stelle ich mich 2010 demnach zwar der Vorsatzfrage, gönne mir jedoch mal ein paar maßgeschneiderte Verallgemeinerungen, die - werden sie eingehalten (und verglichen mit anderen Jahren meines Pralinenschachtellebens) - mein Leben sicher zwar nicht verlängern, doch aber dem Wahnsinn etwas Einhalt gebieten können.

Also:
1. eindeutig weniger Männer als 2009
2. eindeutig weniger Alkohol- und Drogenexzesse
3. die ersten zwei Monate des Jahres gehören
komplett dem Studium

Perfekt.

Somit könnte ich davon ausgehen die Intensität einer "wilden Phase 2010" in Länge, Tiefe und aber vorallem in der Breite, etwas zu reduzieren, umso - wie wir Sozialpädagogen so schön formulieren - selbstschädigendes Verhalten in positive, förderliche Verhaltensweisen umzuwandeln. Selbstverständlich ressourcenorientiert.

Perfekt!

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