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Montag, 11. Januar 2010

Kommt die BLASENENTZÜNDUNG vom BLASEN?

Gesundes Neues...

wenn das im Jahr 2010 (und das gilt auch für 2011ff) noch einmal jemand vor März wagt in meiner Gegenwart zu erwähnen, verliere ich öffentlich meinen Anstand!
Gesundes Neues...
was für eine Ironie!

NEIN, Sarkasmus!

Lag ich doch tatsächlich eine Woche nach meinem "guten Rutsch" mit einer ordentlich ausgeprägten Harnwegsinfektion im Nest!

(Ich hatte ja ne Blasenentzündung diagnostiziert, aber des Halbgotts in weiß´ dickliche "Sprechstundenversüßung" aka Frau "Achja, Sie sind die Dame mit dem Harnwegsinfekt"-Müller (!) korrigierte diese "Fehldiagnose"/verbales Missgeschick direkt vor allen wartenden Arztgästen und Arztgästinnen.

Bereits genervt vom Eintrittspreis ("Waren Sie dieses Jahr schon einmal beim Arzt?" - "Nein?" - "Dann bekomm ich 10€"!) und Frau Müllers netter, auf eine dümmliche Weise ganz unterhaltsamer Art, hatte ich die stolzbringende Aufgabe Mittelstrahlurin in einen diskothekenüblichen Plastebecher zu manövrieren.

Das Prozedere ist nicht neu, unbekannt war mir jedoch, mit dem frischen Cocktail durch die gesamte Praxis zu laufen: Vorbei an Patienten (Prösterchen!) und Frau Müller, die mich ignorierte. Das hat sie mit Absicht gemacht!
Mein Retter: Karl-Robert! Der Doc höchst persönlich nahm mein liquides Körperendprodukt entgegen und machte sich augenblicklich an die Analyse.

Fein.

Karl-Robert sagt: "Hm. Ihre Entzündungswerte. Sind sie verheiratet?"
Patientin sagt (und denkt): "Nein..." (...und ehrlich gesagt Herr Doktor, fühle ich mich diskriminiert, durch diese Frage! Nur weil ich fast 30 bin, heißt das noch la äh ach und überhaupt was hat das mit meinen Entzündungswerten zu tun?)
Karl-Robert sagt: "Haben Sie einen Freund?"
Patientin sagt (und denkt): "Nein." (Wie könnte ich das denn erstmal nennen, Fickpartner? Das würde der Karl-Robert nicht verstehen...)
Karl-Robert sagt: IRGENDWAS! Leider konnte ich den Ausführungen nicht ganz folgen, da ich gedanklich einen Ausflug zum unglaublich wunderbaren Körper meines Verbrechers unternahm und fragte mich, ob Blasen die Hervorbildung einer Blasenentzündung in irgendeiner Form begünstigt...

Fazit:
Von nun an fleißig 5 Tage Antibiotika und Unmengen von Flüssigkeit zu mir nehmen. Ruhe wär toll, mahnte Karl-Robert eindringlich über den Rand seiner Brille.

Ergo: "Zwangsgemütlicher" Jahresanfang...

Und wenn ich krank bin, kann ich unmöglich für meine Prüfungen lernen!

Sonntag, 3. Januar 2010

SEX, DRUGS & Knasterfahrung - 1. Fazit für 2010

Das mit den Vorsätzen:
weniger Männer, weniger Rausch und Januar+Februar NUR Studium hat ja wieder mal hervorragend geklappt.
Und dabei ist erst der 3. Januar!!!

Statt den Silvesterabend also in gemütlicher Melancholie mit:
- einem knusprigen Winterhühnchen
- dazu Rotkohl & Knödel
- zwei Bechern Häagen Dasz
- Weihnachtsplätzchen
- Milka-Schokolade
- Flips
- einer einzigen Flasche Prosecco
wahlweise der Möglichkeit sich je nach Bedarf/Durst
- Campari-Orange zu mixen und
MIR ALLEIN
auf meiner kuscheligen Couch zu verbringen, spielte sich folgendes ab:

Nach hektischen letzten Wohnungs(auf)räumungsversuchen, einem ausgiebigen Dusch-Peeling-Rasier-Haarewasch- und Schminkmarathon schlüpfte ich in halterlose Strümpfe, mein schwarz-rotes Spitzenkorsagenset und Highheels, deren Intention ziemlich eindeutig rüberkommt:



Kerzen, gedimmtes Licht, Gotan Project - Época: un tango diferente als musikalische Hintergrunduntermalung = ein klassisches Szenario.
Ich kam mir vor wie ne Edelnutte. Was für ein Gefühl.

Der Abend verlief wie er verlaufen musste:
Unmengen Sekt, Wein, Bier (was Alkohol betrifft bin ich wenig stilsicher) und dazu ein Mann, der die letzten vier Jahre im Knast verbracht hatte und demnach ungeheuer abenteuerlustig agierte.

Ich tauschte also meine Einsamkeit
- die meinen guten Vorsätzen extrem entsprochen hätte -
gegen einen Abend a la SEX, DRUGS & ROCK´N`ROLL.

Und nicht das es bei diesem Abend geblieben ist:
Erst heute Mittag Punkt 11, verließ der junge Mann mein Refugium.
Zurück blieben: eine verwüstete, verrauchte Wohnung und ein ordentlich durchgenommes, verwirrtes Mädchen.

Während ich mich den kompletten Jahresrest 2009 erfolgreich gegen jede emotionale Verwirrung ihn betreffend gewehrt hatte, spürte ich Abschiedsschmerz. (Vielleicht lag es auch an der eintretenden Ernüchterung)
Aber ich muss zugeben, bereits gestern flüsterte ich ihm komplett verschwitzt, halb besoffen und mit weit aufgerissenen Augen nach der x-ten Vögelei ein "Ich glaube, ich habe mich doch in Dich verliebt!" ins Ohr. (Allerdings hatte ich die Hoffnung nicht aufgegeben, dass er dies nicht wahr genommen hat, da ich es augenblicklich (naja, etwas später erst) bereute, da es sich in meinen Augen um einen dieser Sätze handelte, die man wirklich nur bei schwachem Bewustsein von sich gibt! - Diese Hoffnung zerschlug sich übrigens bei Kaffee und Kippe am Frühstückstisch.)

Nun gut.

Ich schätze, um es mit Friedrich Schillers Worten auszudrücken:

Ich habe getan, was ich nicht lassen konnte.

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RÜCKBLICK

Entgegen meinen Vorstellungen musste ich meinen Silvesterabend teilen:

Dass ich es als Frechheit empfinde, wenn meine persönlichen Wünsche einfach übergangen werden, brauche ich eigentlich hier nicht zu erwähnen.
Ich tue es aber, weil ich es noch immer nicht fassen kann, wie wenig der Wunsch nach Einsamkeit von meinen Liebsten ernst genommen wird!

Schau:

Gespräch unter Freunden:
"Hast Du morgen abend schon was vor?"
"Ja."
"Was denn?"
"Ich bleibe zuhause und schaue TV, lese mein neues Buch und koch mir was schönes."
"Achso, na da kannst Du ja auch mit zu uns kommen, wenn Du nichts machst."

Häääääääääääääääää? Wie konkret muss man seine Vorstellung von einem gemütlichen Silvesterabend, mit der einzigen Person die ich derzeit ertragen kann, beschreiben, damit man ernst genommen wird?

Weitere drei telefonische Absagen für hochgelobte Riesensilvesterkracherfeten später, tippte ich eine sms für die letzte offene Anfrage nach meiner Gesellschaft mit flinken Fingern in mein Handy:

"Baby, ich möchte nicht, dass Du mich heute noch besuchst. Ich sehe total verpickelt aus, habe Herpes bis zur Nase, fühle mich schlapp vom Arbeiten und möchte heut gern allein sein. Treffen wir uns Samstag?"
Eine perfekte SMS für den sich angekündigten jungen Mann, der seit über einem Monat versucht mein Herz zu erobern.

Zufrieden läutete ich das erste Silvester meines Lebens in friedvoller, selbstgewählter Einsamkeit ein.

Eine halbe Stunde später stand fest: Ich bekomme Besuch, ob ich will oder nicht.

Na dann: Guten Rutsch...

DIE VORSATZFRAGE



Herzlich Willkommen in 2010!

Ich, (jung, schön, klug, aber alkoholabhängig, sexsüchtig und allein) begrüße das neue Jahr mit einem fetten "Fick Dich" und hoffe auf das Beste...

Wie jedes Jahr stellt sich auch für 2010

DIE VORSATZFRAGE!!!

Ich beantworte sie doch nun schon seit Jahren. Und seit Jahren auch immer gleich:
Vorsatz ist: keine Vorsätze.

(Ich kenn mich doch und verarsch mich nicht gern wissentlich(!) selbst)

Ja, und daran hielt ich mich bis letztes Jahr auch mehr als gewissenhaft.

Nun wird der fortschreitende Alterungsprozess auch 2010 seine Spuren hinterlassen, also dachte ich mir - in einem nicht ganz klaren Moment, wahrscheinlich - auch MEIN Leben könnte eine kleine Maßregelung vertragen.

Ich gestehe: ungern!

Aber der Zahn der Zeit nagt bereits in meinem Gesicht.
Und nicht nur das, auch in meinem Kopf. Zwischen radikal abgespeckten Windungen der frühen achziger Jahre, tummeln sich gefrustete Teenagersynapsen neben erheblich stark alkohol- und drogenverwöhntem Restbrei, der, trotz Antidepressiva nach Traumaschaden, nicht ohne Quälerei, durch Drang zum Perfektionismus erheblichen Bildungseinheiten und Prüfungsdruck ausgesetzt ist.
Diese "Inventur" ließ mich zur Einsicht kommen: WIR müssen reduzieren.
Ich habe mich also, wie schon gesagt scheinbar in einem nicht ganz klaren Moment, in eine kritische Selbstdefnition mit mir begeben und beschlossen: stop that live!

Da ich ja, ohne mich unnötig rühmen zu wollen, nicht unbedingt der dunkelste Stift in der Buntstiftpackung bin, erspare ich mir jedoch eine peinliche Konkretisierung einzelner Regeln. Meine, ich bezeichne sie mal als relativ ausgeprägt entwickelte Fähigkeit zur kritischen Selbstreflektion, ersparte mir leider einen recht zweifelhaften Befund in Sachen Standfestigkeit und Einhaltung festgesetzter Regeln nicht. Eine ausgefeilte Detailarbeit würde - ich wage eine psychosoziale Diagnose - meinem stark ausgeprägten "ES" binnen weniger Monate zum Opfer fallen. Durch mein ebenfalls stark ausgeprägtes "ÜBER ICH" (mein kleiner moralischer Spaßverderber) käme ich spätestens im Sommer (pünktlich zwei Wochen nach Beginn der Semesterferien - durch Einsetzen der "chilligen Phase" nach Studiendauerbelastung, Arbeit bei diversen Nebenjobs und dem ganzen Freizeitbamborium) in unglaubliche Gewissenskonflikte, die eine kleine, aber unschöne depressive Episode auslösen könnten. Das gilt es zu vermeiden.
Und es ist ja so leicht. Warum sich selbst Unmögliches aufdoktrieren! Es lebe die realistische Selbsteinschätzung und der Mut zum Egozentrismus.

In diesem Zusammenhang stelle ich mich 2010 demnach zwar der Vorsatzfrage, gönne mir jedoch mal ein paar maßgeschneiderte Verallgemeinerungen, die - werden sie eingehalten (und verglichen mit anderen Jahren meines Pralinenschachtellebens) - mein Leben sicher zwar nicht verlängern, doch aber dem Wahnsinn etwas Einhalt gebieten können.

Also:
1. eindeutig weniger Männer als 2009
2. eindeutig weniger Alkohol- und Drogenexzesse
3. die ersten zwei Monate des Jahres gehören
komplett dem Studium

Perfekt.

Somit könnte ich davon ausgehen die Intensität einer "wilden Phase 2010" in Länge, Tiefe und aber vorallem in der Breite, etwas zu reduzieren, umso - wie wir Sozialpädagogen so schön formulieren - selbstschädigendes Verhalten in positive, förderliche Verhaltensweisen umzuwandeln. Selbstverständlich ressourcenorientiert.

Perfekt!